Wild aus dem Vogelsberg

Region Vogelsberg

 Der Vogelsberg ist ein Mittelgebirge in Hessen und erreicht im Taufstein eine Höhe von 773 . Er ist Teil des Osthessischen Berglandes und das größte geschlossene Basaltmassiv Europas. Große Teile seiner Hochlagen nimmt der Naturpark Hoher Vogelsberg ein. Über den Vogelsberg verläuft auch die Rhein-Weser-Wasserscheide.
Der Vogelsberg liegt im Vogelsbergkreis rund 60 km nordöstlich von Frankfurt zwischen Alsfeld, Fulda, Büdingen und Nidda. Im östlichen Norden schließt sich in einigem Abstand der Knüll an, im Osten die Rhön, im Südosten der Spessart und im Südwesten die tiefliegende Wetterau, die in gleicher Richtung in die südhessische Niederungslandschaft des Rhein-Main-Gebiets übergeht. Demgegenüber geht der Vogelsberg in nordwestliche Richtungen in Teile des Westhessischen Berglandes über, die den Vogelsberg noch im Namen tragen und die Basaltgesteine ihres Namensgebers noch bis deutlich außerhalb des eigentlichen Vogelsberges weitertragen.

 

Die Gliederung des Vogelsberges in Einzelnaturräume folgt zum einen dem Relief des Gebirges vom Höhenschwerpunkt nach außen, zum anderen den sich radial ausbreitenden Haupt-Einzugsgebieten von Eder (Schwalm), Unterer Fulda (v.a. Schlitz und Lüder), Main (Kinzig und Nidda) und Lahn (Ohm).

Folgende Naturräume werden unterschieden:
  • Unterer Vogelsberg
    • Nördlicher Unterer Vogelsberg
    • Nordwestlicher Unterer Vogelsberg
    • Östlicher Unterer Vogelsberg
    • Westlicher Unterer Vogelsberg
    • Südlicher Unterer Vogelsberg
    • Gieseler Forst
  • Hoher Vogelsberg
    • Westlicher Hoher Vogelsberg
    • Östlicher Hoher Vogelsberg
    • Oberwald
Böden und Gesteine sind in allen Teilen des Vogelsberges – der Gieseler Forst ausgenommen – in etwa gleich, jedoch sinkt zum Zentrum hin die jährliche Durchschnittstemperatur merklich (auf bis um 5°) und die Jahresniederschläge steigen zum Oberwald hin auf bis zu 1200 mm an.
Die Basaltfläche des Vogelsberges setzt sich nach Osten und Norden auch in benachbarte Naturräume fort, während der Gieseler Forst im Osten bereits, wie auch die sich in alle östlichen Richtungen anschließenden Naturräume, auf Buntsandstein steht.
Das Vogelsbergmassiv besitzt Geröllhalden aus Basalt und Tuff, Hochmoore und urwaldartige Gebiete. Zahlreiche Wanderwege durchziehen nicht nur den Oberwald, siehe Wanderwege im Vogelsberg.
Oberwald
Naturdenkmal Uhuklippen, März 2009
Der Oberwald stellt das komplett bewaldete Zentrum des Vogelsberges dar. Seine Lage folgt in etwa der 600-m-Höhenlinie.
Große Teile des Oberwalds stehen unter Naturschutz. So wird der (Buchen-)Wald im Naturschutzgebiet Taufstein bereits seit 1906 sich selbst überlassen, während sich der Wald in den äußeren Teilen des Vogelsberges den Raum mit Wiesen und Ackerflächen teilen muss.
Am Nordhang des Taufstein sind große Blockhalden aus Basalt zu finden.

Äußerer Hoher Vogelsberg
Die Tallagen des Westlichen und Östlichen Hohen Vogelsberges liegen im Norden meistens über 500 , im Westen z. T. unter 400  Höhe. In der Hauptsache folgt die Eingrenzung den Quellgebieten der wichtigsten Flüsse und insbesondere der von Südost nach Nordwest verlaufenden Rhein-Weser-Wasserscheide, nach Osten z. T. der zwischen Lahn und Main.
Die Rodung von großen Teilen des ursprünglichen Waldes bedingt, zusammen mit den hohen Jahresniederschlägen von über 1000 mm, ein Hochwasser verursachendes, beschleunigtes Einsetzen der Schneeschmelze. Hierzu tragen auch die wenig durchlässigen Basaltlehmböden bei.
In lockerer Abfolge wechseln sich flussquellenreiche Waldstücke, Feuchtgebiete, Magerrasen und Bachtäler ab; ferner existiert ein Hochmoor und in den Vogelsberger Seen im Südosten einige Stillgewässer.
Unterer Vogelsberg (ohne Gieseler Forst)
Der basaltische Teil des Unteren Vogelsberges weist Höhenlagen zwischen 300 und 500  auf, an der westlichen bis südwestlichen Nahtstelle zur Wetterau auch z. T. unter 200 .
Die Übergänge zum Büdinger Wald nach Süden, zum Landrücken nach Südosten und zum Gieseler Forst nach Osten folgen weniger dem Relief als vielmehr dem geologischen Übergang von Basalt zu Buntsandstein.
Auch zum dem Knüll vorgelagerten Fulda-Haune-Tafelland nach Nordosten erfolgt, wenngleich durch den Großenlüder-Lauterbacher Graben abgetrennt, dieser Bodenübergang, während das sich im Norden anschließende Nördliche Vogelsberg-Vorland diesen Übergang nach außerhalb des eigentlichen Vogelsberges verlagert und der im Nordwesten vorgelagerte Vordere Vogelsberg über weite Teile basalthaltig bleibt. Auch nach Osten bleibt der Basalt bis weit in die flachwellige Wetterau erhalten, die sich in Form der Niederung an Mittel- und Unterlauf des Horloff, unmittelbar anschließt.
Naturlandschaftlich ist das inselartig bewaldete Gebiet als Perlgras-Buchenwaldgebiet anzusehen.

Gieseler Forst
Im Gieseler Forst schiebt sich der Vogelsberg mit Höhenlagen von immerhin bis über 500  bis direkt an die Fuldaer Senke nach Osten. Der einzige auf Buntsandstein liegende Teil des Vogelsberges ist naturräumlich deutlich von den basaltischen Teilen des Unteren Vogelsberges abgetrennt.
Neben der fast den ganzen Naturraum bedeckenden Bewaldung (u. a. Kiefernforste) existieren an den mächtigen Abraumhalden und Spitzkegeln der bei Neuhof abgebauten Kalisalzlager auch weitgehend vegetationsfreie Gebiete.
Angrenzende Naturräume
Im Folgenden werden, im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten, die Übergänge des Vogelsberges in die angrenzenden Naturräume beschrieben.

Vorderer Vogelsberg
Im Vorderen Vogelsberg mit dem Lumda-Plateau als zentraler, den Großteil der Fläche einnehmenden Hochfläche schiebt sich die Basaltplatte des Vogelsberges bis weit ins Westhessische Bergland hinein, wo sie erst kurz vor dem Marburg-Gießener Lahntal abbricht. Mit dem eigentlichen Plateau ist der Untere Vogelsberg nur in Form eines schmalen Korridores entlang der Lahn-Main-Wasserscheide verbunden, während nordöstlich davon, im Ohmtal, ein eindeutiger Talgraben die Grenze bildet. Auch südwestlich des Korridores, im Laubacher Hügelland, flacht der Vordere Vogelsberg gegenüber dem Unteren deutlich ab.

Nördliches Vogelsberg-Vorland
Nahezu fließend verläuft der Übergang vom Nordwestlichen Unteren Vogelsberg zum Nördlichen Vogelsberg-Vorland als südlichem Teil der Oberhessischen Schwelle die an der Rhein-Weser-Wasserscheide den Vogelsberg mit dem Kellerwald verbindet. Die Landschaft bleibt bis unmittelbar vor dem Neustädter Sattel, der zentralen Senke der Schwelle, auf knapp 400  Höhe. Erst im mittleren Bereich des Vorlandes wird der Basalt allmählich durch Buntsandstein abgelöst.
Der Charakter als Hochplateau mit kaum nennenswerter Zertalung in Ost-West-Richtung wird auch darin deutlich, dass die aus dem Vogelsberg kommende Antritt diesen Naturraum in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft zur Wasserscheide in Süd-Nord-Richtung passiert. Das westliche zentrale Fließgewässer, die Klein, verläuft indes in nordwestliche Richtungen und folgt eher einem kontinuierlicheren und schnelleren Höhenabfall zwischen den Höhenstufen des Vogelsberges und dem flachen Amöneburger Becken, wo die Klein auf unter 200 m auf die Ohm trifft.

Westhessische Senke
Das Schwalmtal weitet sich bei Alsfeld deutlich und beschließt dort ein vergleichsweise abruptes Ende des Unteren Vogelsberges nach Norden. Ab hier stellt die Westhessische Senke eine natürliche Grenzzone zwischen West- und Osthessischem Bergland dar, die sich bis zum Weserbergland hin zieht.

Fuldaer Senke
Anders als die sich vor allem radial vom Vogelsberg entfernende Westhessische Senke verläuft die Fuldaer Senke tangential um den Vogelsberg und trennt ihn von den angrenzenden Teilen des Fulda-Haune-Tafellandes und der Kuppenrhön ab.
Hinter dem nach Südosten verlaufenden Großenlüder-Lauterbacher Graben schieben sich in Ottrauer Bergland und Schlitzer Land Landschaften zwischen Vogelsberg und Knüll bzw. Ausläufer der nördlichen Kuppenrhön, die bereits in unmittelbarer Nachbarschaft zum Graben Höhenlagen bis um 500  erreichen und somit die des benachbarten Unteren Vogelsberges z. T. sogar übersteigen.
Dem gegenüber verläuft, östlich des Gieseler Forstes, der Anstieg zu montaneren Teilen der Rhön hinter dem breiten Fuldaer Becken sowie, sich je südwestlich anschließend, zum schmalen Kerzeller Fliedetal und zum Fliedener Becken hin eher gemächlich.

Landrücken
Südlich des Fliedener Beckens und nördlich des bereits dem Spessart zugerechneten Schlüchterner Beckens verbindet der in West-Ost-Richtung verlaufende Landrücken auf der Rhein-Weser-Wasserscheide den Vogelsberg mit der Rhön, deren Haupteinheit er zugerechnet wird. Die Übergänge vom Gieseler Forst nach Süden und vom Südlichen Unteren Vogelsberg nach Südosten zum Landrücken verlaufen sanft, indes nur entlang einer sehr kleinen Berührfläche.
In unmittelbarer Umgebung des Landrückens lösen sich Basalt und Buntsandstein ab, was seine „Zwittergestalt“ zwischen Kuppenrhön und Vogelsberg unterstreicht.

Büdinger Wald
Während an der südlichen Nahtstelle vom Osten des Südlichen Unteren Vogelsbergs und vom Landrücken zum Schlüchterner Becken der Übergang von basalt- zu buntsandsteinhaltigen Gesteinen sich auch in Form eines abflachenden Reliefs manifestiert, verlaufen weiter westlich die Übergänge vom Osthessischen Bergland zum Spessart deutlich fließender. Weniger an den Höhenstufen als vielmehr an der z. T. scheinbar abrupt einsetzenden, dichten Bewaldung wird der Übergang zum Büdinger Wald erkennbar. Höhenlagen von um 400 m, im äußersten Westen unter 300 m, entsprechen denen der angrenzenden Teile von Westlichem und Südlichem Unterem Vogelsberg.
Westlich ist dem Büdinger Wald das Ronneburger Hügelland vorgelagert, das am Niddertal bei Glauburg auch den Westlichen Unteren Vogelsberg berührt. Dieses reliefarme, bereits zum Rhein-Main-Tiefland gerechnete Hügelland wird jedoch landläufig bereits der Wetterau zugerechnet.

Wetterau
Nach Südwesten hin flacht der Untere Vogelsberg deutlich schneller ab als in alle anderen Himmelsrichtungen und unterschreitet, noch innerhalb des Westlichen Unteren Vogelsberges, weiträumig die 200-m-Grenze.
Die Horloff-Niederung an Mittel- und Unterlauf des namensgebenden Flusses bildet als Teil der Wetterau eine auf den ersten Blick vergleichsweise scharfe Abgrenzung dieser Landschaft vom Vogelsberg. Indes ist, wie oben bereits angedeutet, der äußerste Westen des Westlichen Unteren Vogelsberges auch diesseits der Horloff bereits sehr reliefarm, was sich u. a. auch darin manifestiert, dass die linken, also östlichen Nebenflüsse der Horloff aus dem Vogelsberg hier noch ertragsärmer sind als die rechten vom Münzenberger Rücken, der einen minimalen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Höhenzug im Zentrum der Wetterau darstellt.


Mehr über den Vogelsberg und die Möglichkeiten, die einem dieses wunderbare Naturreservat bietet, entnehmen Sie bitte folgender Homepage:
http://vogelsberg.de/!
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